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Freies Spiel für Kim Behrens und Cinja Tillmann

Die deutschen Volleyball-Spielerinnen Kim Behrens und Cinja Tillmann liegen schon seit längerer Zeit mit dem Deutschen Volleyball-Verband (DVV) im Clinch. Der ist der Meinung, dass Kim Behrens mit ihren 1,79 Metern zu klein ist und weigert sich das Duo in dieser Form zu akzeptieren. Das alleine wäre noch gar nicht so schlimm, doch die Ablehnung durch den Verband hat gravierende Auswirkungen auf die Karriere der beiden Athletinnen. Sie werden seit rund eineinhalb Jahren vom DVV nicht mehr für internationale Bewerbe gemeldet. Als Begründung gibt dieser an, dass den beiden Damen einige Zentimeter fehlen, um das internationale Gardemaß zu erreichen.

Die Klage wird zugelassen

Denn auch Cinja Tillmann fehlen einige Zentimeter an Körpergröße. Nach Ansicht der Funktionäre haben die beiden Spielerinnen keine Chance Weltklasseniveau zu erreichen. Nun hatten die beiden Volleyballerinnen genug vom Streit und zogen vor Gericht. Dort bekamen sie in der ersten Instanz Recht. Die bisher gepflogene Nominierungspraxis des DVV wurde vor dem Landgericht Frankfurt verhandelt. Die für den TSV Flach und den MTV Hildesheim spielenden Damen errangen einen Sieg. Der zuständige Richter anerkannte, dass die Klage zulässig ist. Daraufhin postete das Duo auf Instagram: „Die Richter sehen, dass Nationalmannschaftsteams und Nichtnationalmannschaftsteams ungleich behandelt werden.“ Sie zeigten sich erfreut über die Entscheidung und wiesen darauf hin, dass das nur rechtens sei. Schließlich lägen sachliche Gründe vor.

Verstoß gegen Kartell- und Wettbewerbsrecht?

Nun hat der DVV sechs Wochen Zeit, um seine Argumente zu sammeln und zu präsentieren. Damit kommt nun endlich Schwund in den Rechtsstreit. Immerhin hatten die beiden Spielerinnen bereits im Spätsommer des vergangenen Jahres Klage eingereicht. Eigentlich hätte die Verhandlung bereits im März starten sollen, doch die aktuellen Ereignisse verhinderten den Beginn. Dies wurde nun mit einigen Monaten Verzögerung nachgeholt, ein erster Teilsieg spricht für die Argumentation von Kim Behrens und Cinja Tillmann. Mit ihrer Klage wollten die beiden ursprünglich erreichen, dass es noch vor der Hochsaison zu einer Entscheidung kommt, doch die Ereignisse im Jahr 2020 verhinderten dies. Nun muss das Gericht nach Vorlage der Argumente des DVV erkennen, ob dieser gegen das Kartell- und Wettbewerbsrecht verstößt.

Überraschung beim Turnier in Hamburg

Beim Turnier in Hamburg hatten die beiden Spielerinnen zuletzt als bestes deutsches Team Platz zwei errungen. Im Finale musste sich die beiden Abwehrspezialistinnen lediglich den Schweizerinnen Tanja Hüberli und Nina Betschart geschlagen geben. Diese holten den Sieg mit einem 2:0 Erfolg. Das vom Verband ungeliebte Duo startete als vermeintlicher Underdog und bezwang auf dem Weg ins Finale immerhin die deutschen Nationalteams Victoria Bieneck/Isabel Schneider mit 2:1 und im Halbfinale Chantal Laboureur/Sandra Ittlinger klar mit 2:0. Damit haben sich Kim Behrens und Cinja Tillmann rechtzeitig vor den deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand Anfang September in Hochform gebracht. Dort zeigten sie bereits im Vorjahr auf. Sie erreichten damals den ausgezeichneten dritten Platz. Dieses Jahr findet die Veranstaltung unter besonderen Voraussetzungen statt. Fans und Funktionäre warten nun gespannt, ob die Leistungskurve von Kim Behrens und Cinja Tillmann weiter ansteigt und ob es ihnen gelingt auch in Timmendorfer Strand aufzuzeigen.

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